Neuraltherapie

Die Neuraltherapie ist ein Teil der ganzheitlichen Regulationstherapie. Im gesunden Körper finden im Unterbewusstsein ständig Abstimmungsvorgänge statt, die alle Gewebe (Muskel, Nerven, Bindegewebe), die Haut und die Organe steuern.

Diese körpereigene Regulation ist in der Lage, kleine und kaum spürbare Funktionsstörungen auszugleichen. Viele kleine Störungen können allerdings die körpereigene Selbstregulierung entgleisen lassen (wenn "das Maß voll ist") und machen sich dann z. B. als Schmerzen bemerkbar.

So können beispielsweise chronische Entzündungen (z. B. Unterleib, Nasennebenhöhlen, Mandeln), schadhafte Zähne sowie Narben als Störfelder wirken, die andere Körperregionen negativ beeinflussen.

Die Neuraltherapie benutzt örtliche Betäubungsmittel nicht nur um das Symptom "Schmerz" auszuschalten, sondern um die Ursache von Schmerzen und anderen Beschwerden zu ergründen und zu heilen. Ziel der neuraltherapeutischen Behandlung ist es, gestörte Regelsysteme auf verschiedenen Ebenen wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Wann wird Neuraltherapie angewendet?

In der Frauenheilkunde behandeln wir  folgende Beschwerdebilder mittels Neuraltherapie

  • Regelstörungen (schmerzhafte, starke Regelblutung)
  • chronische Unterleibsentzündungen, chronische Unterleibsschmerzen
  • Sterilität
  • verstärkter Ausfluss
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Blasenbeschwerden, Harninkontinenz, Reizblase
  • Schwangerschaftsbedingte Erkrankungen (z. B. Erbrechen, Rückenschmerzen)
  • Brustbeschwerden ( Schmerzen, Entzündungen )
  • Migräne
  • Rückenschmerzen
  • und vieles anderes mehr

Auch zur Behandlung von Beschwerden, die in enger Beziehung zum autonomen Nervensystem stehen, wie z. B. Schlaflosigkeit oder bei Wechseljahresbeschwerden bietet sich die Neuraltherapie an.

Wirkungsweise

Die Neuraltherapie nutzt die Prinzipien der Traditionellen Chinesischen Medizin. So wird an spezielle, dem Organ oder dem Beschwerdebild zugeordnete Akupunkturpunkte sowie an zugehörige Nervengeflechte, ein örtliches Betäubungsmittel (hauptsächlich Procain) mit feinen Nadeln gespritzt.

Die Wirkung wird dabei nicht nur durch die betäubende Wirkung des Mittels erreicht, sondern hauptsächlich durch die Beeinflussung übergeordneter Regelkreise.

Die vorübergehende Ausschaltung (oder "Löschung") eines Störfeldes durch gezielte Injektion kleiner Mengen des örtlichen Betäubungsmittels versetzt den Körper in die Lage, entgleiste Regelvorgänge zu normalisieren.

Mitunter kommt es sofort zur spontanen Beschwerdefreiheit (Sekundenphänomen nach Huneke) bzw. zur anhaltenden Besserung von Funktionsstörungen und Schmerzen.

Behandlungskonzept

Am Anfang steht eine ausführliche Krankengeschichte. Genaue Angaben des Patienten über die Beschwerden sowie über zeitliche Zusammenhänge sind für die Behandlung entscheidend.

Auch kleine Ereignisse wie z. B. Narben nach lange zürückliegenden Verletzungen, die einen Zusammenhang mit aktuellen Geschehen vordergründig nicht erkennen lassen, können von Bedeutung sein.

Durch Abtasten der Haut, Unterhaut und Muskulatur werden z. B. Verquellungszonen oder Verspannungen erfasst, die wegweisend für den Therapieansatz sind.

Risiken und Nebenwirkungen

Die Neuraltherapie gehört zu den Naturheilverfahren und hat daher selten Nebenwirkungen.

Als Reaktion des Körpers auf die neuraltherapeutische Behandlung kann durch die Umstellung des Regulationssystems ein kurzfristiges Schwindelgefühl auftreten. Deshalb solte auf die Behandlung eine kurze Ruhepause folgen.

Die Reaktionsfähigkeit kann nach der Behandlung für ein bis zwei Stunden beeinträchtigt sein.  Fahren Sie  deshalb nach der Behandlung nicht selbst mit dem Auto.

Eine kurzfristige Verschlimmerung der Beschwerden ist sehr selten zu beobachten. Sie stellt keinen Grund zur Beunruhigung dar, ist jedoch eine wichtige Information für Ihren behandelnden Arzt und sein weiteres therapeutisches Vorgehen. Eine Aufzeichung der Befindensänderungen an den Tagen nach der Behandlung ist ein wichtiges Hilfsmittel für die weitere Strategie.

Bildet sich nach der Behandlung ein kleiner Bluterguss, so ist zu erwarten, dass sich von dieser "Eigenbluttherapie" zusätzliche Heilwirkungen entfalten.

Sehr selten auftretende Komplikationen sind allergische- oder Überempfindlichkeits- Reaktionen, Verletzung von Gefäßen (Blutung, Hämatom) oder Entzündungen der Einstichstelle.

Bei der Injektion größerer Mengen können Kreislaufreaktionen auftreten, weshalb sicherheitshalber immer eine Notfallausrüstung in der Praxis verfügbar ist.

Bei entsprechender Ausbildung und korrekter Anwendung der Neuraltherapie sind ernste Nebenwirkungen extrem selten.

Behandlungsdauer

Je nach Beschwerdebild und Ansprechen auf die Behandlung kann eine einzige Behandlung bereits zu anhaltender Beschwerdefreiheit führen, was aber eher die Ausnahme darstellt.

In der Regel werden mehrere Behandlungen für einen dauerhaften Behandlungserfolg erforderlich sein. Die nachfolgenden Behandlungen richten sich nach der jeweiligen Reaktion des Körpers auf die Neuraltherapie. Wir geben dem Körper mit der Spritze einen Anstoß, der von ihm selbst weiterverarbeitet werden muss. Das heißt, er reguliert sich selbst.

Bei chronischen Beschwerdebildern wird sich die Therapie nach der Aktualität der Beschweden richten.

Grenzen der Neuraltherapie

Die Grenzen der Neuraltherapie ergeben sich aus den Möglichkeiten und Grenzen der Regenerations- und Regulationsfähigkeit. Erbkrankheiten, psychogene Erkrankungen, Mangelerkrankungen und irreversible Schäden sind durch Neuraltherapie nicht zu beeinflussen.

Bei bösartigen Krankheiten ist allein durch Neuraltherapie keine Heilung zu erwarten. Die Behandlung kann jedoch sehr sinnvoll durch Neuraltherapie unterstützt werden, u. a. um die eigene Regulationsfähigkeit des Körpers wieder herzustellen.

Gegenanzeigen

  • Allergie und Überempfindlichkeit gegenüber den örtlichen Betäubungsmitteln (sehr selten) - vor Behandlungsbeginn wird ein Allergietest durchgeführt
  • Herzrhythmusstörungen wie Bradykardie, Herzmuskelschwäche
  • Störungen der Blutgerinnung (z. B. bei Einnahme von Aspirin, Falithrom, Marcumar oder bei Lebererkrankungen)
  • Vorsicht  ist ebenfalls geboten  bei einer Penicillamintherapie oder bei Einnahme von Opiaten, Diazepam, Neostigmin oder Chinidin

 

Bitte beachten Sie:

Die hier aufgeführten Informationen dienen dazu, Ihnen diagnostische oder therapeutische Möglichkeiten aufzuzeigen. Die genannten Effekte hängen von vielen Faktoren ab und können von Patient zu Patient variieren. Ein Erfolg der Behandlung kann nicht versprochen werden. Dies ist bei allen medizinischen Behandlungen so, unabhängig, ob diese eine klassische schulmedizinische oder eine naturheilkundliche Behandlung ist.

Gerne informieren wir Sie persönlich genauer über unser Angebot. Bitte sprechen Sie uns an.